Epikutantest
Der Hauttest bei allergischem Kontaktekzem
Bei der Diagnostik des allergischen Kontaktekzems
(Typ IV-Allergie) kommt am häufigsten der geschlossene Epikutantest
(Pflastertest) zum Einsatz. Bei diesem Test werden die aufgrund der
Krankengeschichte (Anamnese) als auslösende Allergene verdächtigten
Substanzen in kleine Testkammern gegeben, welche auf Testpflastern
befestigt sind.
Die so vorbereiteten Testpflaster werden dann für 24 oder 48,
gelegentlich auch 78 Stunden auf die Haut geklebt, in der Regel
rechts und links der Wirbelsäule am Rücken.
Wichtig ist, dass alle Testkammern während der gesamten Testzeit Hautkontakt haben und die folgenden Hinweise beachtet werden:
- Der Rücken darf nicht gewaschen, geduscht oder gebadet werden.
- Die Rückenhaut muss vor Sonnenbestrahlung geschützt werden. Keine Sonnenbank.
- Um eine vorzeitige Ablösung des Pflasters zu verhindern, sollten körperliche Aktivitäten, die zu starkem Schwitzen führen, vermieden werden.
- Während der Testung kann es (bei einem positiven Testausfall) zu Juckreiz kommen. Nach Möglichkeit nicht kratzen.
- Falls sich die Pflaster vorzeitig ablösen, sollten diese mit Heftpflaster an der ürsprünglichen Position befestigt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass alle Testkammern auf der Haut aufliegen. Der Arzt ist bei der Ablesung davon zu unterrichten.
Nach 24 oder 48 Stunden werden die Testpflaster entfernt und die Ergebnisse werden zum erstenmal abgelesen. Im positiven Fall bilden sich unter der jeweiligen Kammer eine Rötung (Erythem) und eventuell Bläschen und sogenannte Papeln aus.
Nach weiteren 24 Stunden erfolgt dann eine nochmalige Ablesung für die ein erneuter Besuch in der Praxis erforderlich ist.
Bei der Beurteilung von positiven Testreaktionen wird auch geklärt, ob es sich tatsächlich um eine allergische oder um eine irritative Reaktion der Haut handelt. Viele Kontaktallergene besitzen - besonders bei Patienten mit empfindlicher Haut - auch hautreizende (irritative) Eigenschaften. Das Ergebnis der Zweitablesung kann dem Allergologen dabei wichtige Hinweise liefern.
Bei einem positiven Testausfall muss in einem Abschlußgespräch möglichst geklärt werden, ob das getestete Allergen auch tatsächlich für die Auslösung des aktuellen Ekzems verantwortlich war oder ob es sich um einen Zufallsbefund oder eine allergische Kreuzreaktion handelt. Erst dann wird dem Patienten ein Allergiepaß ausgestellt, in dem vermerkt ist, gegen welche Allergene er allergisch reagiert. Meistens steht darin auch, wo diese Stoffe überall vorkommen können.
Besonders wenn in dem Allergiepaß Substanzen eingetragen sind, die in Arzneimitteln vorkommen können, sollte dieser bei Arzt- oder Apothekenbesuchen immer vorgezeigt werden.
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